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"Alter Brauch, der an das Heilen und Schützen erinnert"

Fleißige Helferinnen und Helfer aus unserer PG banden trotz der großen Hitze und verdorrter Wiesen fast 100 "Werzberre"-Sträuße für Maria Himmelfahrt

Auch wenn es bei der großen Hitze und den verdorrten Wiesen kaum möglich schien: Unsere „Kräuterfrauen“ haben es auch heuer wieder geschafft, die passenden Kräuter und Heilpflanzen zu pflücken und daraus fast 100 der typischen „Werzberre“-Sträußchen zu binden. Gesammelt haben sie die Pflanzen in diesem Jahr vor allem entlang des Mainufers.

Zu Ehren der Muttergottes und einem guten Zweck wurden die gesegneten „Werzberren“-Sträuße am 15. und 16. August jeweils nach dem Gottesdienst in beiden Kirchen gegen eine Spende abgegeben. Der Gesamterlös von 330 Euro kommt je zur Hälfte dem Blumenschmuck in unseren beiden Kirchen zugute. Herzlichen Dank für Eure Mühen bei großer Hitze! Namentlich Danke an Berta Pfaff, Resi Bergner, Maria Wolf, Susanne Vobornik und Inge Michel sowie Dr. Robert Löwer und Lieselotte Schleser, die beim Sammeln halfen.

Der Hintergrund: zum Fest Maria Himmelfahrt („Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“) gehört die Tradition der Kräuterweihe. Sie geht auf eine Legende zurück, wonach die Apostel nach dem Tod Mariens in ihrem Grab nicht ihren Leichnam fanden, sondern duftende Blumen. Die Kräuterbüschel bestehen meist aus sieben oder mehr heimischen Pflanzen, darunter zum Beispiel eine Rose für Maria, Heilkräuter wie Rosmarin, Salbei, Arnika und Kamille. comü

Der Arzt Dr. Robert Löwer ergänzt: "Mitten in der Stadt Kräutersammeln? Geht das überhaupt? Die Wiesen abgemäht und die Böden ausgetrocknet! Ja, das geht unten am Main am blühenden und grünen Uferstreifen und an versteckten Plätzen in Schweinheim. Kräuter sammeln und schöne Büschel binden, dazu haben sich einige Pfarrangehörige trotz der Hitze in den Morgenstunden aufgerafft und Blühendes und Heilsames gefunden: Beifuß (Gewürzpflanze, Magen und Galle), Rainfarn (Schädlingsabwehr und Weide für Wildbienen), Minze (Erkältung, Belebung) und kanadische Goldrute (Niere und Harnwege, Insektenweide), Schafgarbe (Magen und Niere) und Blut-Weiderich (Blutstillung)."

Auch wenn zur Verwendung von Heilpflanzen besondere Kenntnisse hilfreich sind, erfreuen uns die Kräuterbüschel mit ihren Farben und Aromen. In ihnen spiegelt sich die Schönheit nicht nur der Pflanzenwelt, sondern der Schöpfung überhaupt. In ähnlicher Weise findet sich in Maria das heilsame und schöpferische Wirken Gottes unter uns.

Danke für die Spenden und haben Sie viel Freude an diesem alten Brauch, der an das Heilen und Schützen erinnert."

comü/Fotos: Eva Meder-Thünemann/Susanne Vobornik/Cornelia Müller

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